Fordern Sie mit uns von der deutschen Bundesregierung:

Kindergrundsicherung unverzüglich umsetzen!

Die Bundesregierung muss schnellstmöglich die Kindergrundsicherung und einen engagierten Nationalen Aktionsplan zur Verwirklichung der EU-Kindergarantie. umsetzen. Gelder und Programme gegen Kinderarmut dürfen trotz angespannter Haushaltslage nicht gekürzt werden. Bei allen Reformen der Grund­siche­rung, auch bei Lei­stungs­kür­zungen, muss das Kindeswohl ein zentraler Bestandteil sein.

Kinder in der Krise besonders unterstützen!

Trotz drastischer Stei­gerungen der Preise für Energie- und Nahrungs­mittel muss sichergestellt sein, dass alle Kinder ein warmes, bewohnbares Zuhause haben und sich ausgewogen ernähren können. Energie­sperren und Über­schuldung von Familien gilt es genauso zu ver­hindern wie massen­hafte Mangel­ernährung von Kindern. Neben finanziellen Ent­lastungen für die Fami­lien müssen soziale Ein­richtungen und Ange­bote für Kinder offen­gehalten werden.

Die Gründe für Kinderarmut sind vielfältig.

Erziehungsberechtigte finden keinen Arbeitsplatz oder werden, etwa im Niedriglohnsektor, konstant so schlecht entlohnt, dass sie trotz Erwerbsarbeit in Armut leben. Oft ist Sorgearbeit, zum Beispiel die Betreuung von Kindern, nicht vereinbar mit einer existenzsichernden Beschäftigung.

Kinder, die hauptsächlich bei einem Elternteil leben oder viele Geschwister haben, sowie Kinder aus Familien nicht-deutscher Herkunft sind besonders von Armut betroffen. Die sozial- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen sind in ihrer aktuellen Ausgestaltung nicht effektiv genug, um Kinderarmut zu verhindern. Dazu kommt: Viele Familien nehmen die ihnen zustehenden Sozialleistungen nicht in Anspruch. Etwa wegen bürokratischer Hürden oder aus Angst, wegen der Inanspruchnahme staatlicher Leistungen stigmatisiert zu werden.

Eingewanderte Menschen stehen vor zusätzlichen Herausforderungen bei der Jobsuche. Sie haben z.B. keine Arbeitserlaubnis und werden aufgrund ihrer Herkunft benachteiligt. Ähnliches gilt für Menschen mit Behinderung. Ihre Inklusion in das Arbeitsleben ist nicht ausreichend gewährleistet. Zudem wird ihre Arbeit sehr häufig schlecht bezahlt.

Inflation und Energiekrise

Der aktuelle Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise und die damit verbundene Inflation betrifft Familien, die ohnehin in Armut leben, besonders hart. Ihr weniges Geld entwertet sich zusehends und sie geraten in existenzielle Nöte, denn die staatlichen existenzsichernden Leistungen und sonstigen sozial- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen können in ihrer momentanen Ausgestaltung Armut und Kinderarmut nicht effektiv abfedern.

Kinder, die in Armut aufwachsen, müssen nicht nur viel entbehren, sie haben auch schlechtere Zukunftschancen. Ihr Risiko, auch als Erwachsene*r von Armut betroffen zu sein, ist im Durchschnitt wesentlich höher. Dieser Teufelskreis muss endlich durchbrochen werden.

Die gute Nachricht ist: Wir haben es in der Hand

Armutsgründe sind strukturell und können durch Politik verändert werden. Um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen, muss sich vor allem die Bundesregierung und der Bundestag diesen Herausforderungen stellen und ganzheitlich Programme, Gesetze und sonstige Vorhaben gegen Kinderarmut angehen und verstärken.

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2.000.000 Kinder Rund zwei Millionen Kinder in Deutschland leben in Haushalten, die Grund­sicherungs­leistungen (Sozialgesetzbuch II/ „Hartz IV“, bald Bürgergeld) beziehen.

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Jedes 5. Kind Jedes fünfte Kind in Deutschland lebt in einkommensarmen Haushalten.

Dass jedes fünfte Kind in Deutsch­land in Armut lebt, darf unsere Gesell­schaft nicht hin­nehmen. Es braucht den Druck und die Auf­merk­sam­keit der Men­schen, damit sich für diese Kinder endlich etwas ändert. In Deutsch­land sollte kein Kind in Armut auf­wachsen müssen.

Eric Großhaus Advocacy Manager Kinderarmut und soziale Ungleichheit, Save the Children Deutschland e.V.
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